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Biedermann und die Brandstifter

Max Frisch | 2019

Nächste Vorstellung:

11.10.2022
Pullach im Isartal

18.11.2022
Ratingen

09.02.2023
Brunsbüttel

21.03.2023
Unterschleißheim

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Besetzung

Stephan Schill (Biedermann), Andrea Seitz (Babette Biedermann), Reiner Gabriel (Schmitz), Peter Wagner (Eisenring), Julia Borgmeier (Anna), Maximilian Hintz (Polizist / Dr. Phil).

Regie: Michael Neuwirth
Ausstattung: Janet Kirsten
Regieassistenz: Hendrikje van de Ven

Beschreibung

Das von Max Frisch selbst als „Lehrstück ohne Lehre“ bezeichnete Stück schildert, wie der Bürger Gottlieb Biedermann Brandstifter in sein Haus einlädt, um von ihnen verschont zu werden. Seine Blindheit, sein bewusstes Wegsehen gegenüber der sich zusammenbrauenden Gefahr hat schwerwiegende Folgen.

Diese Fabel wurde in verschiedene Richtungen interpretiert. Sie wurde sowohl als Warnung vor dem Kommunismus als auch vor dem Faschismus gelesen.

Der derzeit international erstarkende Nationalismus und die unverhohlen fremdenfeindlich und populistisch agierende Rhetorik rechter Kräfte zeigen, dass das Stück bis heute nichts an Aktualität eingebüßt hat.

In der Inszenierung stehen neben den professionellen Protagonisten Jugendliche mit verschiedenen kulturellen Hintergründen auf der Bühne.

Inhalt:

Brandstiftungen häufen sich im Ort. Der Haarwasserfabrikant Gottlieb Biedermann liest davon in der Zeitung und echauffiert sich über die Täter. Die Vorgehensweise der Brandstifter ähnelt sich stets: Getarnt als harmlose Hausierer schleichen sie sich in die Dachböden der Häuser, um diese von dort aus anzuzünden.

Prompt klingelt es an der Haustür und ein Herr Schmitz bittet um Einlass und Obdach, er appelliert an Biedermanns Menschlichkeit. Biedermann lässt Schmitz auf dem Dachboden nächtigen. Am nächsten Tag steht der zweite Hausierer vor der Tür. Biedermann lässt auch diesen bei sich wohnen.

Trotz eigener Zweifel, als schließlich sogar Benzinfässer auf den Boden gebracht werden, ist Biedermann unfähig, den Besuch abzuschütteln. Er lädt sie zum Abendessen ein und steckt ihnen sogar als Zeichen seines Vertrauens Streichhölzer zu.
In der Nacht geht Biedermanns Haus in Flammen auf.

Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag Berlin

Dauer der Vorstellung: 1 Stunde 45 Minuten ohne Pause

Video

Pressestimmen

Lampertheimer Zeitung vom 14. Dezember 2021
"Die Figur [der Anna] übernimmt Frischs Chor der Feuerwehrmänner, ein überzeugendes Solo von Julia Borgmeier, die wie das gesamte Ensemble eine offensive und eindringliche Bühnenpräsenz zeigt. Stephan Schill gibt den selbstgerechten Haarwasserfabrikanten, der am liebsten den Kopf unter den Rock der kleinlauten Gattin Babette (Andrea Seitz) stecken würde, um von der bedrohlichen Außenwelt nicht provokativ zu Reflexionen oder gar Reaktionen gezwungen zu werden, denn am bequemsten lässt sich wohl existieren, wenn man die dunklen Wolken am Himmel am liebsten gar nicht bemerkt. [...] Für den gefährlich subtilen Schwergewichtsringer Schmitz, dem Reiner Gabriel eine gespenstisch, unberechenbare Aura verleiht, ist das traute Heim ein idealer Platz für den nächsten Coup. Zusammen mit dem Ex-Knacki Eisenring, von Peter Wagner als vornehm-wahnsinniger Pyromane dämonisch gut gezeichnet, bereitet er in aller Ruhe die Feuersbrunst vor. Mit dem Doktor (Maximilian Hintz) ist das Trio komplett: ein Manipulator, ein Provokateur und ein Ideologe bereiten den Showdown vor [...]. Dämonisch gut gespielt."

Nahe Zeitung (Idar-Oberstein) vom 17. November 2021
"Die Truppe überzeugt durch sehr gutes Spiel mit taldelosen, auflockernden Gesangseinlagen."

Märkische Allgemeine Zeitung vom 05. April 2019
"[Die Zuschauer] sitzen [...] quasi mitten in der Wohnstube von Gottlieb und Babette Biedermann. [...] Die Brandstifter Reiner Gabriel und Jörg Vogel kosten ihre Macht und ihre Abgründigkeit mit dämonischer Spielfreude aus. Michael Gerlinger und Andrea Seitz geben ein Ehepaar, mit dem sich der Zuschauer sofort identifizieren kann. [...] Was tun, wenn böse Kräfte zusehends erstarken? Es nicht wahrhaben wollen und verdrängen sind übliche Strategien. Das Unheil nimmt also vor den Augen aller seinen Lauf."

Potsdamer Neueste Nachrichten vom 06. April 2019
"Die Verwandlung des ehemaligen Gotteshauses in einen Theaterraum ist gelungen. Und die jetzt sogenannte Zimmerbühne in der Zimmerstraße 12b scheint räumlich geradezu prädestiniert für Max Frischs Drama „Biedermann und die Brandstifter“.[...] Das überaus spielfreudige Ensemble [...] haucht den farceartigen Wohnzimmer- und Dachbodenszenen jede Menge komödiantisches Leben ein. [...] Es bereitet Vergnügen, den Darstellern dabei zuzusehen, wie sie sich als Biedermänner und -frauen ungemein opportunistisch winden, um dann doch den direkt-subtilen Einflüsterungen der Brandstifter und ihrer Körperkraft zu erliegen."

Bisherige Gastspiele

2022
Hameln
Sursee (Schweiz, Kanton Luzern)
Potsdam

2021
Bensheim
Lüdenscheid
Steinhagen
Idar-Oberstein
Homburg
Ibbenbüren
Hameln

2020
Steinhagen

2019
Potsdam

Repertoire

Der Schneegenbogen
Felix Isenbügel | 2022

Jugend ohne Gott
nach Ödön von Horváth | 2022

TANNÖD - Eine Spurensuche
Live-Hörspiel nach dem Roman von Andrea Maria Schenkel | 2022

TIMON oder KAPITAL UND RESSENTIMENT
nach William Shakespeare und Joseph Vogl | 2022

Deutschland. Ein Wintermärchen
Heinrich Heine | 2022

Molières TARTUFFE
nach Molière | 2022

Achterbahn
Komödie von Éric Assous | 2022

Gefährliche Liebschaften
von Christopher Hampton | 2022

Niemand wartet auf dich
Lot Vekemans | 2021

Ab in die Sommerfrische!
Komödie nach Carlo Goldoni | 2021

An der Arche um Acht
Familienstück von Ulrich Hub | 2021

Till Eulenspiegel
Bürgerbühne "all inclusive" | 2021

Faust
von Johann Wolfgang von Goethe | 2020

Pippi auf den sieben Meeren
von Astrid Lindgren, für die Bühne bearbeitet von Stefan Schroeder | 2019

Biedermann und die Brandstifter
Max Frisch | 2019

Das Spiel von Liebe und Zufall
von Marivaux | 2018

Netboy
Petra Wüllenweber | 2017

GIFT. Eine Ehegeschichte
von Lot Vekemans | 2017

Der eingebildete Kranke
Komödie von Molière | 2017

Der kleine Prinz
Familienstück nach Antoine de Saint-Exupéry, dramatisiert von Elisabeth Vera Rathenböck | 2017

Nathan der Weise
Gotthold Ephraim Lessing | 2015

Theater als Erfahrungsraum
Jugendliche mit Schauspielern auf einer Bühne | 2015

Eine Mittsommernachts-Sex-Komödie
von Woody Allen | 2015

"Kunst"
Komödie von Yasmina Reza aus dem Französischen von Eugen Helmlé | 2014

Oh, wie schön ist Panama
von Marianne Terplan nach der Erzählung von Janosch | 2013

Mein Kampf
Farce von George Tabori | 2011

Dinner for One - wie alles begann
Komödie von Volker Heymann rund um den berühmten TV-Sketch | 2007

Mozart & Casanova
Komödie von Kerstin Tomiak mit Musik aus ‚Don Giovanni’ | 2006

Ich denke oft an Kladow im April
ein Abend über Leben und Werk Mascha Kalékos mit Liedern von Kurt Weill | 2005

Die Judenbank
Volksstück für einen Schauspieler von Reinhold Massag | 2002

Rilke und Lou
ein musikalisch-literarisches Programm über die Liebe zwischen Lou Andreas-Salomé und Rainer Maria Rilke mit Musik von Sergej Prokofjew | 1999