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Mein Kampf

Farce von George Tabori | 2011

Nächste Vorstellung:

08.03.2019
Offenburg

11.04.2019
Limburg

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Besetzung

Teo Vadersen (Schlomo Herzl), Andreas Hueck (Lobkowitz), Jörg Vogel (Adolf Hitler), Clara Schoeller (Gretchen), Johanna Lesch (Frau Tod, Tagespenner), Thomas Wiesenberg (Himmlischst, Tagespenner), Arne Assmann (Musik / Leopold, Tagespenner).

Regie: Andreas Hueck
Ausstattung: Janet Kirsten
Komposition: Bardo Henning
Regieassistenz: Linda Kempe

Beschreibung

George Taboris subversives Verwirr-Spiel spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, zu einer Zeit vor der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. In einem Männerwohnheim in Wien mietet sich der junge Künstler Adolf Hitler ein, um seine Studien an der Wiener Kunstakademie zu verfeinern. Er trifft auf den jüdischen Buchhändler Schlomo Herzl, der sich mütterlich um den Provinzler zu kümmern beginnt. Er wird zum Schöpfer seiner charakteristischen Barttracht und unterrichtet ihn in demagogischen Kunstgriffen. Im weiteren Verlauf der mitunter grotesken Handlung wird Herzl das erste Opfer des sich allmählich ausprägenden Antisemitismus Hitlers. Im letzten Akt vermittelt Hitler eine Vorahnung von den Auswirkungen seines nunmehr geschulten "Talents", er macht Jagd auf ein Buchmanuskript von Herzl, in dem er rufschädigende Passagen vermutet. Schließlich verdeutlicht er mit kaum zu überbietender Perfidie, dass er nicht allein das Buch als Archiv von Erinnerungen zu vernichten gewillt ist, sondern auch das Judentum in seiner Gesamtheit.

„Mein Kampf" beschäftigt sich in komödienhafter Form mit dem Trauma der Shoah. Dabei wird Hitler interessanter Weise keineswegs als blutrünstiger Dämon, sondern im Gegenteil als unsympathischer, aber nicht durchweg abstoßender Wirrkopf dargestellt. An Brecht und Chaplin anknüpfend, entwickelte Tabori eine Hitler-Figur als komischen Charakter und bezieht sich damit auch auf eine Tradition jüdischen Humors, der er sich verpflichtet fühlt.

Video

Pressestimmen

 

Augsburger Allgemeine vom 17. November 2015
„Es zeigt sich, welche hervorragenden Darsteller das Potsdamer Poetenpack vorweisen kann: Jörg Vogel als Adolf Hitler glänzt vom ersten Auftritt an mit der meisterhaft stets leicht brechenden, überspannten Stimme, mit seinem Tonfall und dem ersten Redeschwall, der unglaublich komisch wirkt. [...] Absolut sehenswert, eine hervorragende Truppe, die es versteht, ein so schwieriges Stück professionell und hochwertig auf die Bühne zu bringen.“  

Kreisbote Landsberg vom 16. November 2015
„Das Stück [...] fordert vom Zuschauer viel: Ein nahezu unveränderliches Bühnenbild, eine sehr sparsame Ausleuchtung und den ungekürzten Text, womit die Schauspieltruppe auf knapp drei Stunden kam. Aber Tabori will erzählen, erinnern und unterhalten. Das gelang am Donnerstagabend zu hundert Prozent. Vor allem auch wegen Teo Vadersens herausragender Leistung als Schlomo: Mit aufgeklebter Nase gibt er den gewitzten und liebevollen Herzl, der Hitlers Hass stur mit Menschlichkeit begegnet.“  

Donaukurier vom 1. März 2015
„Indem er die chaplineske Hitler-Pose eher sparsam nur zitiert, gewinnt Tilmar Kuhn mit seiner Figur umso mehr lächerlich gefährliches Eigengewicht. Prägnant gezeichnet in dieser Inszenierung von Andreas Hueck, der selbst den opportunen Lobkowitz gibt, sind sämtliche Figuren, die mal die schrägen, an den gesellschaftlichen Rand gedrängten Typen geben, dann wieder als Straßenmusikanten einem griechischen Tragödien-Chor gleich agieren. Die Inszenierung zeigt Mut zur Komödie, ja bis zur Klamotte reichenden Farce, besitzt eine feine Musikalität und verliert doch nie den gebotenen Ernst.“  

Bergsträßer Anzeiger vom 30. Oktober 2013
„Das siebenköpfige Ensemble des Potsdamer Theaters Poetenpack schaffte es, mit einer fesselnden und grandiosen Inszenierung den äußerst schmalen Grat zwischen Lachen und Grauen, zwischen amüsant und todtraurig, Witz und Wahnsinn, schwindelfrei auszubalancieren.“  

Westfälische Rundschau vom 11. April 2011
„In der Regie von Andreas Hueck hat das Ensemble Poetenpack dieses vielschichtige und dramaturgisch heikle Stück höchst eindrucksvoll auf die Bühne gebracht. Der Großteil des Publikums schien von dieser Darstellung des ‚Anfangs vor dem Anfang‘ tief beeindruckt zu sein und würdigte mit starkem Applaus auch die außergewöhnlichen Leistungen der Schauspieler.“ 

Rheinische Post vom 5. April 2011
„Die Schwierigkeit besteht darin, die richtige Mischung von Tragik und Komik zu finden. (…) Der Spagat gelang.“

 

Bisherige Gastspiele

2017
Wolfsburg
Brandenburg an der Havel

2016
Fürstenwalde

2015
Landsberg am Lech
Fürstenwalde
Potsdam
Nienburg / Weser
Neuburg an der Donau
Uelzen

2014
Stendal
Magdeburg
Solingen

2013
Bensheim
Hechingen
Nagold
Sursee (Schweiz, Kanton Luzern)
Landau in der Pfalz
Kleve
Pullach
Hameln

2012
Gütersloh
Hamm
Cuxhaven
Bocholt
Witten
Laufen
Langen
Rheine
Potsdam

2011
Arnstadt
Fürstenwalde
Potsdam
Herford
Siegen
Marl
Troisdorf
Lüdenscheid
Viersen
Velbert

Repertoire

Das Spiel von Liebe und Zufall
von Pierre Carlet de Marivaux | 2018

Netboy
Petra Wüllenweber | 2017

GIFT. Eine Ehegeschichte
von Lot Vekemans | 2017

Der eingebildete Kranke
Komödie von Molière | 2017

Der kleine Prinz
Familienstück nach Antoine de Saint-Exupèry, dramatisiert von Elisabeth Vera Rathenböck | 2017

Cyrano de Bergerac
von Edmond Rostand | 2016

Das Jahr magischen Denkens
von Joan Didion | 2016

Nathan der Weise
Gotthold Ephraim Lessing | 2015

Pettersson und Findus
Sven Nordqvist für die Bühne bearbeitet von Dagmar Leding | 2015

Eine Mittsommernachts-Sex-Komödie
von Woody Allen | 2015

»Kunst«
Komödie von Yasmina Reza | 2014

Minna von Barnhelm
Lustspiel von Gotthold Ephraim Lessing | 2014

Oh, wie schön ist Panama
von Marianne Terplan nach der Erzählung von Janosch | 2013

Onkel Wanja
Szenen aus dem Landleben von Anton Tschechow | 2012

Mein Kampf
Farce von George Tabori | 2011

Dinner for One - wie alles begann
Komödie von Volker Heymann rund um den berühmten TV-Sketch | 2007

Der zerbrochene Krug
Lustspiel von Heinrich von Kleist | 2007

Mozart & Casanova
Komödie von Kerstin Tomiak mit Musik aus ‚Don Giovanni’ | 2006

Ich denke oft an Kladow im April
ein Abend über Leben und Werk Mascha Kalékos mit Liedern von Kurt Weill | 2005

Die Judenbank
Volksstück für einen Schauspieler von Reinhold Massag | 2002

Offene Zweierbeziehung
Beziehungskomödie von Dario Fo und Franca Rame | 2002

Casanova - oder die Philosophie der Verführung
Schauspiel mit Barockmusik | 2001

Nein, zärtlich bist du nicht!
Ein Bilderbuch für Verliebte von Kurt Tucholsky | 2000

Nach Süden
Porträt über Fanny Hensel mit Liedern ihrer ‚Italienreise’ | 1999

Rilke und Lou
ein musikalisch-literarisches Programm über die Liebe zwischen Lou Andreas-Salomé und Rainer Maria Rilke mit Musik von Sergej Prokofjew | 1999